Katzenzucht
In unserem Blog stellten wir ja schon einige der über 100 Katzenrassen näher vor, daher soll es hier etwas ausführlicher ganz allgemein um die Katzenzucht gehen. Diese ist geschichtlich gesehen noch recht jung, wurde damit doch im großen Stil erst während der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts begonnen, auch wenn bereits in früheren Zeiten erste Katzentypen mehr oder weniger gezielt gezüchtet wurden. Die verschiedenen Katzenrassen entstanden entweder durch die Einkreuzung von Wildkatzen oder durch die systematische Weiterzucht spontaner Mutationen. Beispiele für die erste Variante sind die Bengalen oder die Savannah-Katze, für letztere sei die Manx-Katze oder die Sphynx als Beispiel genannt. Zusätzlich gibt es auch Natur-Rassen wie die Europäische Hauskatze oder die norwegische Waldkatze.
Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auch erste Dachorganisationen der Katzenzüchter in verschiedenen Ländern gegründet. Einer der ältesten europäischen Dachorganisationen ist der Governing Council of the Cat Fancy (GCCF), welcher im Jahre 1910 im Vereinigten Königriech gegründet wurde und welcher sich mit dem Ausstellungswesen und der Zucht sowie der Haltung von Katzen beschäftigt. Aktuell sind ihm 143 Vereine angeschlossen.
Die verschiedenen Katzenrassen, die aus der Katzenzucht hervorgegangen sind, sehen sich deutlich ähnlicher als es bei den verschiedenen Hunderassen der Fall ist. Dies bedingt sich aus den verschiedenen Aufgaben, die die Hunde als Fuchshund, Hütehund oder Hatzhund zum Beispiel erfüllen mussten, die Katzen hatten dagegen immer nur zwei Aufgaben, das Fernhalten von Mäusen und die Nutzung als Haustier, sodass es keine Notwendigkeit für sehr unterschiedliche Rassen gab.
Ein Großteil der Katzenrassen entstammt der Europäisch Kurzhaar (Hauskatze) und einer asiatischen Kurzhaarrassen. Jüngere Rassen sind jedoch häufig amerikanischer Herkunft, sind die dort ansässigen Katzenzüchter oft experimentierfreudiger als europäische. Langhaarkatzen entstammen eher der türkischen Katzenlinie und die Unterscheidung bei den Katzenrassen in Halblanghaar und Langhaar ist äußerlich, aber nicht genetisch berechtigt, haben beide doch den gleichen genetischen Hintergrund.
Züchtungen, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere haben, werden unter tierschutzrechtlichen Gesichtspunkten (Paragraph 11b des deutschen Tierschutzgesetzes) als bedenklich eingestuft. Darunter fallen extreme Merkmale bestimmter Rassen wie die Schwanzlosigkeit (Manx) und die Kurzschwänzigkeit (die verschiedenen Bobtails), aber auch die gefalteten (Fold) oder gekräuselten (Curl) Ohren sowie die Haarlosigkeit (Sphynx) und die Verkürzung der Gliedmaßen (Munchkin).
